Donnerstag, Februar 28, 2008
Das Ende der Geschichte und römischer Kapitalismus
Die Produktion von Gütern unter hohem Kapitaleinsatz gilt allgemein als Merkmal des Kapitalismus, der - versteht man den Begriff marxistisch - erst als Reaktion auf den Feudalismus entstanden ist. Der Kapitalismus soll dereinst vom Sozialismus abgelöst werden. Die marxistische und andere Theorien über das Zusammenfallen von Entwicklung und Fortschritt, also eine Bewegung hin zu ständig besseren Zuständen, finden leider immer noch viele Anhänger. Berühmt ist die These von der Demokratie als Endzustand, der unter anderem viele Neokonservative anhängen und die Demokratie deswegen mit Waffengewalt verbreiten. Auf ähnliche Weise haben Marxisten in der Oktoberrevolution voreilig das Ende des Kapitalismus eingeläutet. Grundlage solcher Vorstellungen von einem erreichbaren und zu erreichenden Endzustand ist der anti-christliche Glaube, das Paradies könne auf Erden errichtet werden. Das kann es nicht. Benjamin R. Tucker drückte es so aus:
Richtigerweise gibt es keinen linearen Fortschritt zu immer besseren Zuständen. Die Lebensumstände einer Generation spiegeln immer den überwiegenden Glauben der Mehrheit wider, wie Gesellschaft zu organisieren sei. Freiheit, einmal errungen, muss sich immer neu gegen ihre Gegner behaupten. Die Entwicklung lässt Fortschritte zu - aber auch Rückschritte. Derzeit, so kann man guten Gewissens sagen, ist die Freiheit auf dem Rückzug - mit weit ausgreifenden Schritten.
Vor diesem Hintergrund finde ich es besonders schön, wenn ich Beispiele finde, die eine hochstehende vergangene Zivilisation belegen. In diesem Fall ist es die Mühle von Barbegal. Noch im vierten Jahrhundert haben die Römer an diesem Ort in Südfrankreich in einer Mühlenfabrik Getreide produziert. Dazu haben sie in zwei Reihen jeweils acht Mühlen an einem Hang hintereinander gebaut und mit Wasserkraft betrieben. Das Wasser floss von einem Mühlrad auf das nächste. Die Schätzungen reichen von einer Leistung von 2 t bis 4,5 t gemahlenem Getreide pro Tag. Die Historiker sagen, dass im vierten Jahrhundert ein Mangel an Arbeitskräften bestand, so dass die Versorgung der Bevölkerung nur durch den erhöhten Kapitaleinsatz gewährleistet werden konnte.
"There are some troubles from which mankind can never escape."
Richtigerweise gibt es keinen linearen Fortschritt zu immer besseren Zuständen. Die Lebensumstände einer Generation spiegeln immer den überwiegenden Glauben der Mehrheit wider, wie Gesellschaft zu organisieren sei. Freiheit, einmal errungen, muss sich immer neu gegen ihre Gegner behaupten. Die Entwicklung lässt Fortschritte zu - aber auch Rückschritte. Derzeit, so kann man guten Gewissens sagen, ist die Freiheit auf dem Rückzug - mit weit ausgreifenden Schritten.
Vor diesem Hintergrund finde ich es besonders schön, wenn ich Beispiele finde, die eine hochstehende vergangene Zivilisation belegen. In diesem Fall ist es die Mühle von Barbegal. Noch im vierten Jahrhundert haben die Römer an diesem Ort in Südfrankreich in einer Mühlenfabrik Getreide produziert. Dazu haben sie in zwei Reihen jeweils acht Mühlen an einem Hang hintereinander gebaut und mit Wasserkraft betrieben. Das Wasser floss von einem Mühlrad auf das nächste. Die Schätzungen reichen von einer Leistung von 2 t bis 4,5 t gemahlenem Getreide pro Tag. Die Historiker sagen, dass im vierten Jahrhundert ein Mangel an Arbeitskräften bestand, so dass die Versorgung der Bevölkerung nur durch den erhöhten Kapitaleinsatz gewährleistet werden konnte.
Labels: Geschichte, Marx, Neo-Konservativismus, Ökonomie
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Und so schaute es wohl aus:
http://www.mmdtkw.org/03-04BarbegalMill.jpg
http://www.etab.ac-caen.fr/lescourtils/provence/images/barbegal/barbegal13.jpg
http://patentpending.blogs.com/photos/uncategorized/barbegal_1.jpg
Das blieb:
http://www.sbg.ac.at/kphi/barbegal-dateien/image005.jpg
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