Donnerstag, September 27, 2007

 

Freedom University Woche in Broumov: ein kurzer Bericht

Prof. Joseph Sima von der Universität Prag meint es mit der Verbreitung des Liberalismus in Europa offensichtlich sehr ernst, und er hat schon Einiges in Bewegung gebracht. Neben der mittlerweile weit bekannten alljährlichen Prague Conference on Political Economy (PCPE), ist Freedom University ein weiterer wichtiger Bestandteil seiner langfristigen Strategie. Im April nahm ich an meiner ersten PCPE teil, in diesem Monat war ich bei der Freedom University dabei. Die zwei Events haben schon unterschiedliche Zielgruppen. PCPE ist eher für Wissenschaftler und Studenten, die mit ihrem Studium fortgeschritten sind und ihre eigene Forschung dem gleichgesinnten Publikum präsentieren wollen. Freedom University ist eher für die Anfänger und Interessenten im weiten Sinne des Begriffs gedacht.

Über den Austragungsort. Alles fand an einem Standort statt, im wunderschönen und modernen Hotel Veba in Broumov, einer kleinen Staat an der polnischen Grenze. Mit sauberen Zimmern, Wireless Internet Zugang im Hauptgebäude des Hotels (allerdings nicht in Zimmern selbst); sehr gutes Essen, wunderschöne Landschaft.

Zum Inhalt. Im Mittelpunkt standen Vorlesungen und anschließende Diskussionen über die Grundprinzipien und Geschichte liberaler Wirtschafts-und politischen Ordnung (Näheres über das Programm hier). Die Vorlesungen wurden von Lehrkräften der FEE und Prager Universität durchgeführt. Die Atmosphäre und Qualität der intellektuellen Auseinandersetzung zeugten von außerordentlicher Professionalität der Veranstalter und Lehrkräfte. Kontroverse Punkte in der Theorie und politischen Philosophie des Liberalismus und österreichischen Schule insbesondere, durfte man offen und frei ansprechen. Dies war jedenfalls mir extrem wichtig, der der österreichischen Schule in vieler Hinsicht ziemlich kritisch gegenübersteht.

Ich habe mich die ganze Zeit sehr wohl gefühlt, wie man sich halt unter Freunden fühlt. Und ich habe viele gute Freunde dazu gewonnen und mich als Teil eines wachsenden Netzwerks junger europäischer Liberale gefüllt!

Lenin sagte ein Mal, dass junge Kader entscheiden alles. Er hatte vollkommen Recht. Nur wenn wir in Zahl der Mitglieder, Breite und Tiefe unseres Wissen wachsen, werden wir gewinnen. In dieser Hinsicht, ist Freedom University ein Meilenstein.


Montag, September 24, 2007

 

Revolution in der Immobilienfinanzierung

Hier ein paper über die vollzogene Revolution in der Immobilienfinanzierung. Das Aufkommen von Kreditgebern, die wegen der Weitergabe der Kreditrisiken an den Kapitalmarkt das individuelle Ausfallrisiko von Hauskäufern/-bauern vernachlässigen konnten, wird als ein wesentlicher Aspekt dargestellt.

Diese derzeit attraktive Erklärung reduziert die Problematik im Ergebnis auf ein einfaches principal-agent-problem. Ich halte das für eine Erklärung, die nur auf den ersten Blick bestechend ist, da sie die Auswirkungen der Geldpolitik ignoriert.

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Donnerstag, September 20, 2007

 

Liquidität, Immobilien und Krise

Mittlerweile sind auch die meisten derjenigen, die nicht seit vielen Jahren die Berichterstattung über die durch die Fed (und in Teilen auch der EZB) verursachte Housing-Bubble (etwa auf mises.org) verfolgt haben, davon überzeugt, dass ein zu geringer Zinssatz der Zentralbanken sowohl die Ursache für die Housing-Bubble als auch den Boom an den Aktienmärkten war. Claus Vogt hat davon einem allgemeineren, doch interessiertem Publikum in der ef berichtet (vgl. lesenswert und aktuell auch hier und hier).

Nun ist die Housing-Bubble am Platzen, die Medien haben die Krise bei den subprime mortgages ins Auge gefasst. Es ist offensichtlich, dass die übergroße Liquidität nicht nur zum Steigen der Aktienkurse, sondern auch zum Steigen der Immobilienpreise geführt hat. Eine Ursache hierfür sind ABS-Konstrutionen, die es den Hypothekenbanken erlaubt haben, die Risiken aus der Darlehensvergabe - wie der Fall Northern Rock zeigt nur - zu einem gewissen Teil - an die Kapitalmärkte weiterzugeben. Dagegen ist nichts einzuwenden. Nun jedoch stellt sich heraus, dass die Weitergabe der Risiken nicht zu den Konditionen der Vergangeheit lohnt. Die echten Risiken wurden erkannt. Die überschüssige Liquidität muss sich ein anderes Ventil suchen.

Ein solches gibt es jedoch nicht. Es sind weltweit keine unterbewerteten Aktienmärkte in Sicht. Die derzeit ins Spiel gebrachten asiatischen Märkte und die Schwellenmärkte bieten nicht ausreichend Anlagemöglichkeiten. Neue Finanzinnovationen vergleichbar den ABS gibt es nicht. Die Anleihemärkte bieten keine Rendite. Insbesondere sehr sichere Staatsanleihen sind teuer.

In dieser Situation hat die Fed die Zinsen gesenkt und bringt noch mehr von dem billigen Geld, das die Krise überhaupt verursacht hat. Das billige Geld wird zunächst wieder an die Aktienmärkte strömen und das Chance-Risiko-Profil der Aktien weiter verschlechtern. Die Wahrscheinlichkeit für einen Crash erhöht sich in dem Maße, wie die Überbewertung offensichtlich wird. Die Frage ist, wohin das Geld derjenigen fließen wird, die sich von Anleihe- und Aktienmärkten abwenden werden und müssen. Die Rohstoffe mögen es zunächst sein, doch hängt deren Rendite an der Nachfrage, welche wiederum durch die Konjunktur beeinflusst wird. Diese hängt mit dem Konsum zusammen, der im Falle von Verbraucherinsolvenzen wegen der Immobilienkrise einrechen muss. Es bleiben nur die Edelmetalle. Nicht ohne Grund ist auf dieser Seite daher seit langer Zeit der Goldpreis in der linken Leiste eingebettet.

Gold ist seit jeher und auch in Zukunft das Ziel derjenigen, die ihr Vermögen vor Wirtschaftskrisen schützen wollen:
"Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles"

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Greenspan bei Jon Stewart

Diesen phantastischen Auftritt sollte man sich nicht entgehen lassen. Greenspan wird von Jon Stewart wegen seines neuen Buches (Mein Leben für die Wirtschaft. Autobiografie) eingeladen. Dieses werde ich sicherlich nicht kaufen. Jon Stewart aber sicher auch nicht, denn er hinterfragt, ob ein freier Markt nicht ein solcher ohne die FED sei (er hatte kürzlich Ron Paul zu Gast). Greenspan gibt frei heraus zu, dass das richtig sei und dass man bei einem Goldstandard keine Zentralbank bräuchte. Unbedingt anschauen, die Fragen von Jon Stewart sind besser als das, was man von den angeblich informierten Wirtschaftsjournalisten sonst zu sehen bekommt. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch Greenspans Bemerkung, dass die Vorhersagen heute nicht besser seien als die von vor 50 Jahren.

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Montag, September 03, 2007

 

Mises' Die Nationalökonomie

Endlich gibt es auch das deutsche Original von Mises Hauptwerk in deutscher Sprache "Die Nationalökonomie" auf www.mises.org. Eine deutsche Version gab es ja bereits (auch als pdf (4 MB)) auf www.mises.de, der wichtigsten Seite für die deutschen Schriften des Letzten Ritters des Liberalismus (als pdf). Die Version beim Mises Institute ist ein grafischer Scan und daher auch ungleich größer (pdf 80 MB).

Guido Hülsmanns neues Buch wird übrigens Wladimir live auf www.mises.org besprechen.

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