Mittwoch, Februar 14, 2007

 

Chavez' leere Regale

Die FAZ berichtet von Chavez' Antritt seiner sechsjährigen Amtszeit und von seinen Gegnern. Offenbar steht Chavez mittlerweile über den Institutionen - die anderen real existiert habenden Sozialismen haben es vorgemacht. Auch in anderem gleichen sich die Ergebnisse von Chavez' Regime mit traditionellem Ostblocksozialismus: Der Nahrungsversorgung. Die FAZ schreibt:

Die Hauptaufgabe seines Nachfolgers im Vizepräsidentenamt, des treuen früheren Leiters der Wahlbehörde Jorge Rodríguez, besteht derzeit darin, die "Spekulation" zu bekämpfen, die nach Regierungsansicht schuld an den Engpässen in der Lebensmittelversorgung ist. Fleisch, Zucker und Milch sind praktisch aus den Supermärkten verschwunden.

Die Regierung werde nicht einen Millimeter zurückweichen und auf jeden Fall an den staatlich regulierten Preisen für diese und andere Produkte der Grundversorgung festhalten, bekräftigte Rodríguez. Die niedrigen Festpreise, die zusammen mit der inflationären Entwicklung das Geschäft für Produzenten und Supermärkte unrentabel machen, sind die Hauptursache des Konflikts zwischen Regierung und Unternehmern. Mittlerweile wurden Fleischprodukte und -transporte von der Mehrwertsteuer befreit, doch das betrachten die Unternehmer nur als vorübergehende Erleichterung, keineswegs als Lösung. Noch verheerender wäre es, wenn Rodríguez' Drohung wahrgemacht würde und die Regierung Schlachthöfe, Kühlhäuser und Supermärkte übernähme. Die staatliche Supermarktkette Mercal, die mit Hilfe des Militärs betrieben wird und die Grundversorgung vor allem in den Armenvierteln sichern soll, demonstriert schon seit geraumer Zeit anschaulich, welche Folgen das haben würde. Dort sind häufig die Regale leer, bestenfalls gibt es die gleichen Waren wie in den privaten Supermärkten, doch zu höheren Preisen.

Wer Höchstpreise vorschreibt, der erhält Mangelversorgung. Auch Chavez' "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" kann dieses ökonomische Gesetz nicht ausser Kraft setzen. Ein weiteres Mal erfolgt die empirische Bestätigung, daß Zentralverwaltungswirtschaften, vulgo Planwirtschaften, nicht funktionieren. Der Preis einer Ware ist der beste Indikator dafür, was Menschen am Dringendsten begehren. Jeder, der versucht Preise zu manipulieren, um "sozialere" Ergebnisse zu erzielen, wird früher oder später erkennen müssen, daß mit dem Preis auch die Möglichkeit abgeschafft wird, die eigenen Bedürfnisse an die Produzenten zu übermitteln. Das Vorhaben, an die Stelle des Marktes zur Bedürfnisübermittlung politische Prozesse zu setzen, ist jedesmal gescheitert und wird es auch in Zukunft. Was passiert, wenn politischer Prozess an die Stelle von Markt tritt, haben Ökonomen schon vor vielen Jahren beschrieben. J.B. Say schrieb in der Einführung zu seiner "Treatise on Political Economy:

"... and at the beginning of the eighteenth century, fifty years before the time of Quesnay, Bandini of Siena had shown, both from reasoning and experience, that there never had been a scarcity of food, except in those countries where the government had itself interfered to supply the people."

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