Donnerstag, August 31, 2006
Kuba - arm und verrottend
Mittwoch, August 23, 2006
Beitragsfreie Mitversicherung und erwerbstätige Frauen
Geschockt war ich, als ich folgendes lesen konnte:
Leider ist dieser Geistesblitz eine Einzelleistung des Herrn Wend, die er sicher nicht in der Lage ist, auch auf andere politökonomische Sachverhalte zu übertragen. Ansonsten käme Herr Wend womöglich noch auf folgende Ideen:
1. Die Subvention der Arbeitslosigkeit durch das ALG II im Rahmen von Hartz IV führt zu mehr Arbeitslosigkeit.
2. Die Subvention pflegebedürftiger Menschen führt zu einem Anstieg der Anzahl von Menschen, die Pflege bedürfen.
3. Wenn man Solaranlagen subventioniert, so wird man mehr erhalten, als notwendig wären.
4. Wenn Strassen von allen Steuerzahlern finanziert werden, diese aber nur von Autofahrern benutzt werden, so werden mehr Menschen sich dafür entscheiden, Auto zu fahren.
5. Wenn Politiker von allen bezahlt werden, diese aber die von ihnen geforderte Leistung selbst definieren und auch über die Höhe der Entlohnung selbst entscheiden dürfen, so wird man mehr Politiker haben als notwendig.
Zudem sprach sich der SPD-Politiker dafür aus, die beitragsfreie Mitversicherung von Ehefrauen in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie das Ehegattensplitting abzuschaffen.Geschockt deswegen, weil der Mann Recht hat. Wenn Hausfrauen die Krankenversicherung nicht selbst bezahlen müssen, so werden sich tendenziell einige Frauen mehr dafür entscheiden zu Hause bleiben, als wenn es eine solche Subvention nicht gäbe. Unglaublich ist es, diese ökonomische Einsicht von einem Politiker zu lesen.
Die Leistungen sorgten indirekt für eine niedrige Frauenerwerbsquote, begründete Wend seinen Vorstoß. Dies sei heutzutage aber nicht mehr im Interesse der Frauen. Die Vergünstigungen sorgten dafür, dass trotz überdurchschnittlich guter Schul- und Berufsbildung bei Frauen Talente brach lägen, sagte Wend.
Leider ist dieser Geistesblitz eine Einzelleistung des Herrn Wend, die er sicher nicht in der Lage ist, auch auf andere politökonomische Sachverhalte zu übertragen. Ansonsten käme Herr Wend womöglich noch auf folgende Ideen:
1. Die Subvention der Arbeitslosigkeit durch das ALG II im Rahmen von Hartz IV führt zu mehr Arbeitslosigkeit.
2. Die Subvention pflegebedürftiger Menschen führt zu einem Anstieg der Anzahl von Menschen, die Pflege bedürfen.
3. Wenn man Solaranlagen subventioniert, so wird man mehr erhalten, als notwendig wären.
4. Wenn Strassen von allen Steuerzahlern finanziert werden, diese aber nur von Autofahrern benutzt werden, so werden mehr Menschen sich dafür entscheiden, Auto zu fahren.
5. Wenn Politiker von allen bezahlt werden, diese aber die von ihnen geforderte Leistung selbst definieren und auch über die Höhe der Entlohnung selbst entscheiden dürfen, so wird man mehr Politiker haben als notwendig.
Montag, August 21, 2006
Post Politkarrieren-Politikerposten
Law and Order Schily, als Politiker immer für "sicherere" Reisepässe eingetreten, hat als Aufsichtsrat bei einem Unternehmen angeheuert, das - na was wohl - sichere, biometrische Dokumente herstellen kann/will. Sein Ex-Kanzler Schröder fungiert als Aufsichtsrat der Gesellschaft, die die von ihm initiierte Ostsee-Pipeline auf den Weg bringen soll. Werner Müller führt bei der RAG die Zügel. Die Berufsaussichten von Ex-Politikern sind also gesichert. Wer glaubt noch, dass Politiker eigeninteresselos nur an das Gemeinwohl dächten?
Dienstag, August 15, 2006
Grass - Psychologie der Linken bei Kaczynski
Ich bin wieder zurück und freue mich über die hier inzwischen geschriebenen hochwertigen Beiträge von Wladimir und Kommentatoren. Zu gegebener Zeit - wenn mein Schreibtisch leer ist und ich Zeit und Lust verspüre, mich mit außenpolitischen Themen zu beschäftigen - werde ich vielleicht ein paar Worte dazu verlieren.
Überrollt von den Ereignissen um das Eingeständnis von Grass hier die Worte des Una-Bombers Theodore Kaczynskis (Individualist, aber wegen der Verwendung von Gewalt als Mittel kein Libertärer) über die Psychologie der Linken:
Überrollt von den Ereignissen um das Eingeständnis von Grass hier die Worte des Una-Bombers Theodore Kaczynskis (Individualist, aber wegen der Verwendung von Gewalt als Mittel kein Libertärer) über die Psychologie der Linken:
9. Die beiden psychologischen Strömungen, die dem modernen Leftismus zugrunde liegen, bezeichnen wir als "Minderwertigkeitsgefühle" (feelings of inferiority) und "Übersozialisierung" (oversozialisation). Minderwertigkeitsgefühle sind charakteristisch für den Leftismus in seiner Gesamtheit, während Übersozialisierung nur einen Teil des modernen Leftismus kennzeichnet: aber gerade dieser Teil ist besonders einflußreich.Und hier Grass über sich selbst im Interview mit der FAZ:
10. Unter "Minderwertigkeitsgefühlen" verstehen wir nicht nur Minderwertigkeitsgefühle im engeren Sinne, sondern das gesamte Spektrum der damit verbundenen Charakterzüge: geringes Selbstwertgefühl, Gefühle der Machtlosigkeit, Niederlage, depressive Tendenzen, Schuldgefühle, Selbsthaß usw. Wir behaupten, daß die neuen Linken zu diesen Gefühlen neigen (möglicherweise mehr oder weniger verdrängt) und daß diese Gefühle entscheidend die Richtung des modernen Leftismus prägen.
Sie haben wiederholt berichtet, daß erst Baldur von Schirachs Schuldbekenntnis in Nürnberg Sie davon überzeugen konnte, daß die Deutschen den Völkermord begangen haben. Aber jetzt sprechen Sie zum ersten Mal und völlig überraschend darüber, daß Sie Mitglied der Waffen-SS waren. Warum erst jetzt?Wer hätte gedacht, daß hinter der lebenslangen Moralisiererei von Grass nichts weiter als simple Schuldgefühle über das eigene Fehlverhalten stecken.
Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das mußte raus, endlich. ...
Hatten Sie ein Schuldgefühl deswegen?
Währenddessen? Nein. Später hat mich dieses Schuldgefühl als Schande belastet. Es war für mich immer mit der Frage verbunden: Hättest du zu dem Zeitpunkt erkennen können, was da mit dir vor sich geht? ...
Montag, August 14, 2006
Israel. Neighborhood Bully, der Keiner ist!
Wer sagt, dass Musiker allesamt Linken sind und keine Ahnung haben? Bob Dylan, für mich zweifellos in einem seiner besten Momente, liefert hier einen Gegenbeweis. Bravo! Bob Dylan hat so eben einen Bewunderer dazu gewonnen.
Freitag, August 04, 2006
Ich bin auf der Seite Israels, Weil ich für das Gute einstehe
So Leid es mir auch tut, aber ich teile die pazifistische Haltung von Dirk und anderen Libertären im derzeitigen Konflikt nicht. Michael hat 100% recht, Staat hin oder her, die Israelis handeln im Grunde richtig und gerecht. Es stehen Menschenleben auf dem Spiel. Und Krieg bedeutet sehr oft Verlust von unschuldigen Menschenleben. Es steht aber vielmehr auf dem Spiel. Es ist ein Kampf zwischen „uns“ und „denen“. Es ist ein Kampf zwischen Gut und Böse. Israel, also die Menschen in Israel, stehen für mich ganz klar auf der Seite des Guten. Auch wenn sie nicht im libertären Paradies leben. Auch wenn sie eine vom Staat organisierte Armee haben und nicht von zig-tausend von Sicherheitsunternehmen beschützt werden, so fühle ich diesen Menschen sehr verbunden, weil sie in ihrer Grundhaltung zivilisierte und friedliebende Menschen sind. Auf der anderen Seite haben wir diese Masse, diese Horde, ich habe keine Angst vor diesem Wort, von blutrünstigen Barbaren, die alles und jeden wegzufegen bereit sind.
Kein normaler und zivilisierter Mensch ist für Krieg. Einen Krieg können nur diejenigen wollen, die Krieg und Eroberung zum ethischen Standard und Lebensinhalt erheben. Krieg, Eroberung und Ausrottung von Andersgläubigen- und denkenden hat in der islamischen Welt eine Tradition, die in ihrer Geschichte und in ihrem heiligen Buch – Koran fest verankert sind. Dies ist ein Faktum. Dirk spricht von der Unmöglichkeit einer objektiven Bewertung dieses Konflikts, weil wir nur einen „Teil der Wirklichkeit“ sehen können, d.h. dass wir nicht entscheiden können, ob Israel im Grunde richtig handelt, dass er seine Bürger durch massive militärische Intervention zu schützen versucht. Nein, die Sache ist nicht kompliziert, wenn man sich folgende Fakten vor Augen führt. Der Judenhass ist in islamischer Welt zur Selbstverständlichkeit und zum Ausdruck ihres ganzen Daseins, zu ihrem Lebensinhalt geworden. Auf den Kinderkanälen in Palästina und anderen muslimischen Staaten, wo bei uns „Hier kommt die Maus“ oder „Löwenzahn“ gezeigt werden, strahlt man regelmäßig Geschichten über vampirhafte Juden aus, die das Blut kleiner Kinder trinken. Ihr ganzes Dasein wird nicht durch Leben und schöpferische Arbeit definiert, sondern durch Tod und Zerstörung. Wenn eine Menge einem islamischen Führer zujubelt, der ihnen sagt: „Wir müssen lernen den Tod genauso zu lieben, wie unsere Feinde das Leben“, dann bekomme ich eine ziemlich genau Vorstellung, mit wem ich hier zu tun habe. Wenn ich so was sehe und höre, dann habe ich absolut keine Zweifel, dass es nicht um das schmale Streife Land geht, sondern allein um Krieg, Zerstörung und Versklavung.
Es mag durchaus Menschen in Libanon oder Palästina geben, die ganz normal sind, die keinen Krieg wollen und ihre Kinder im Frieden und Wohlstand aufziehen wollen, und der Verlust von unschuldigen Menschen ist sicherlich unheimlich traurig. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass deswegen eine friedliche und reiche Kultur, ein ganzes Volk willentlich zur Schlachtbank geführt wird. Nicht noch ein Mal.
Kein normaler und zivilisierter Mensch ist für Krieg. Einen Krieg können nur diejenigen wollen, die Krieg und Eroberung zum ethischen Standard und Lebensinhalt erheben. Krieg, Eroberung und Ausrottung von Andersgläubigen- und denkenden hat in der islamischen Welt eine Tradition, die in ihrer Geschichte und in ihrem heiligen Buch – Koran fest verankert sind. Dies ist ein Faktum. Dirk spricht von der Unmöglichkeit einer objektiven Bewertung dieses Konflikts, weil wir nur einen „Teil der Wirklichkeit“ sehen können, d.h. dass wir nicht entscheiden können, ob Israel im Grunde richtig handelt, dass er seine Bürger durch massive militärische Intervention zu schützen versucht. Nein, die Sache ist nicht kompliziert, wenn man sich folgende Fakten vor Augen führt. Der Judenhass ist in islamischer Welt zur Selbstverständlichkeit und zum Ausdruck ihres ganzen Daseins, zu ihrem Lebensinhalt geworden. Auf den Kinderkanälen in Palästina und anderen muslimischen Staaten, wo bei uns „Hier kommt die Maus“ oder „Löwenzahn“ gezeigt werden, strahlt man regelmäßig Geschichten über vampirhafte Juden aus, die das Blut kleiner Kinder trinken. Ihr ganzes Dasein wird nicht durch Leben und schöpferische Arbeit definiert, sondern durch Tod und Zerstörung. Wenn eine Menge einem islamischen Führer zujubelt, der ihnen sagt: „Wir müssen lernen den Tod genauso zu lieben, wie unsere Feinde das Leben“, dann bekomme ich eine ziemlich genau Vorstellung, mit wem ich hier zu tun habe. Wenn ich so was sehe und höre, dann habe ich absolut keine Zweifel, dass es nicht um das schmale Streife Land geht, sondern allein um Krieg, Zerstörung und Versklavung.
Es mag durchaus Menschen in Libanon oder Palästina geben, die ganz normal sind, die keinen Krieg wollen und ihre Kinder im Frieden und Wohlstand aufziehen wollen, und der Verlust von unschuldigen Menschen ist sicherlich unheimlich traurig. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass deswegen eine friedliche und reiche Kultur, ein ganzes Volk willentlich zur Schlachtbank geführt wird. Nicht noch ein Mal.
Mittwoch, August 02, 2006
In eigener Sache
Ab morgen werde ich mit einem Hausboot den Burgundkanal unsicher machen. Naturgemäß bietet ein Hausboot keine Möglichkeit, sich im Internet zu vergnügen oder gar ein Blog zu pflegen. Ich hätte auch gar kein Interesse daran. Ihr müßt also für knappe zwei Wochen ohne mich auskommen.
Danach wird es weiter gehen wie gewohnt. Nun ja, nicht ganz wie gewohnt. Der Korrespondent aus Hong Kong wird seinen Dienst aufnehmen. Ich freue mich schon auf die Ausführungen zum beneidenswerten Leben in einem 15%-Flat-Tax-All-Inclusive-Staat. Der "Neue" hat keinen austro-libertären Hintergrund, hängt aber wegen anderer Überzeugungen denselben ethischen Prinzipien an, die den Libertarismus ausmachen. Spannend wird es allemal, die Synergien zu heben. Gleiches gilt ja bereits für Wladimir, der Phantastisches hinsichtlich der Verknüpfung der ökonomischen Ansichten der Wiener Schule mit der ethischen Fundierung durch Objektivismus leistet.
Erzliberal.de gewinnt damit eine breitere Aufstellung, ohne seinen Charakter zu verlieren. Zur Verstärkung der originär austro-libertären Ausrichtung suche ich allerdings weiterhin Aktivisten, die sich als Blogger oder Gastblogger versuchen wollen. Interessenten melden sich per E-Mail (Impressum) bei mir.
Danach wird es weiter gehen wie gewohnt. Nun ja, nicht ganz wie gewohnt. Der Korrespondent aus Hong Kong wird seinen Dienst aufnehmen. Ich freue mich schon auf die Ausführungen zum beneidenswerten Leben in einem 15%-Flat-Tax-All-Inclusive-Staat. Der "Neue" hat keinen austro-libertären Hintergrund, hängt aber wegen anderer Überzeugungen denselben ethischen Prinzipien an, die den Libertarismus ausmachen. Spannend wird es allemal, die Synergien zu heben. Gleiches gilt ja bereits für Wladimir, der Phantastisches hinsichtlich der Verknüpfung der ökonomischen Ansichten der Wiener Schule mit der ethischen Fundierung durch Objektivismus leistet.
Erzliberal.de gewinnt damit eine breitere Aufstellung, ohne seinen Charakter zu verlieren. Zur Verstärkung der originär austro-libertären Ausrichtung suche ich allerdings weiterhin Aktivisten, die sich als Blogger oder Gastblogger versuchen wollen. Interessenten melden sich per E-Mail (Impressum) bei mir.
Dienstag, August 01, 2006
Naher Osten, Fakten und Prinzipien
Ich muß gestehen, daß ich letzte Woche enttäuscht war, als Michael von der Fabrik schrieb:
Wo sich Michael und Kriegsgegner unterscheiden, da geht es lediglich um die Anwendung dieser Prinzipien auf die konkrete Situation im Nahen Osten. Denn das Nichtaggressions-Prinzip erlaubt selbstverständlich Notwehr. Das Vorliegen einer Notwehrlage und die Einhaltung der Grenzen in Ausübung der Notwehr ist jedoch eine Frage, die von der Bewertung der Fakten abhängt. Tatsächlich geht es nicht um eine das libertäre Lager spaltende Frage widerstreitender Dogmen, sondern darum, wie die Handlungen der Vertreter Israels und der Hizbollah nach libertären Prinzipien zu bewerten sind. Es kommt also auf eine Würdigung der Fakten an. Problematisch ist, daß niemand - und mag er wie mancher Schreihals der Blogosphäre (ich verzichte bewußt auf Namensnennung) noch so sehr den Mund aufreißen - die Fakten bewerten kann. Jeder Kommentator und Blogger bekommt nur den Teil der Wirklichkeit zu sehen, den er durch Medien wahrnehmen kann, die wiederum auf Augenzeugenberichten beruhen, welche nur ein einziges Detail der Situation berichten. Das Wissen um die Geschehnisse im Nahen Osten, wer wen zu Unrecht angegriffen und wer zu Recht oder zu Unrecht Notwehrrechte wahrnimmt, ist partiell und subjektiv. Verstärkt wird das Ganze noch durch den Außenpolitik-Desinformations-Effekt.
Eine objektive Bewertung ist vor diesem Hintergrund nicht möglich. Libertäre sollten sich daher mit Meinungsäußerungen zurückhalten. Sollte eine Bewertung nicht möglich sein, so würde ich sogar so weit gehen, daß Libertäre im Zweifel eine pazifistische Haltung einnehmen und auf die Rechfertigung von Gewalt mit dem Notwehrrecht verzichten sollten.
Wenn ich Bürger in Israel wäre, dann würde ich - Staat hin oder her - in diesem Moment auch den Einsatz des Militärs unterstützen.In den Sinn, ihn nun aus einer imaginären und ohnehin kaum organisierten libertären Bewegung auszustoßen, wie es einige anregten, wäre es mir aber nicht gekommen. Einen schönen Kommentar dazu liefert Thorsten bei Michaels neuester Erläuterung seiner Meinung. Thorsten schreibt:
Deswegen heisst auch mein Appell an alle Deine Kritiker: Nehmt von dem unseeligen “argumentum ad hominem” endlich Abstand! Kritisiert in der Sache! Nicht: “Kastner ist kein Libertärer!” Sondern: “Kastner ist ein Libertärer, aber in dieser Sache liegt er eben falsch.”Das trifft die Problematik recht gut, wie ich finde. Michael hat die libertären Prinzipien sicher nicht verraten und allein das Festhalten an den Prinzipien macht jemanden zu einem Libertären.
Wo sich Michael und Kriegsgegner unterscheiden, da geht es lediglich um die Anwendung dieser Prinzipien auf die konkrete Situation im Nahen Osten. Denn das Nichtaggressions-Prinzip erlaubt selbstverständlich Notwehr. Das Vorliegen einer Notwehrlage und die Einhaltung der Grenzen in Ausübung der Notwehr ist jedoch eine Frage, die von der Bewertung der Fakten abhängt. Tatsächlich geht es nicht um eine das libertäre Lager spaltende Frage widerstreitender Dogmen, sondern darum, wie die Handlungen der Vertreter Israels und der Hizbollah nach libertären Prinzipien zu bewerten sind. Es kommt also auf eine Würdigung der Fakten an. Problematisch ist, daß niemand - und mag er wie mancher Schreihals der Blogosphäre (ich verzichte bewußt auf Namensnennung) noch so sehr den Mund aufreißen - die Fakten bewerten kann. Jeder Kommentator und Blogger bekommt nur den Teil der Wirklichkeit zu sehen, den er durch Medien wahrnehmen kann, die wiederum auf Augenzeugenberichten beruhen, welche nur ein einziges Detail der Situation berichten. Das Wissen um die Geschehnisse im Nahen Osten, wer wen zu Unrecht angegriffen und wer zu Recht oder zu Unrecht Notwehrrechte wahrnimmt, ist partiell und subjektiv. Verstärkt wird das Ganze noch durch den Außenpolitik-Desinformations-Effekt.
Eine objektive Bewertung ist vor diesem Hintergrund nicht möglich. Libertäre sollten sich daher mit Meinungsäußerungen zurückhalten. Sollte eine Bewertung nicht möglich sein, so würde ich sogar so weit gehen, daß Libertäre im Zweifel eine pazifistische Haltung einnehmen und auf die Rechfertigung von Gewalt mit dem Notwehrrecht verzichten sollten.

![[Most Recent Quotes from www.kitco.com]](http://kitconet.com/charts/metals/gold/t24_au_en_usoz_2.gif)