Mittwoch, April 26, 2006

 

Lachen über Zentralbanker?

Via Mises.org:
I don't know how much of this is due to genuine disapproval of his policies, and how much is due to, "We really like The Police." In any event, click on "Every Breath You Take" to see business geeks being surprisingly clever.
Zum Lachen geht's hier entlang!

Donnerstag, April 20, 2006

 

Rogoffs Weisheiten

In einem unlängst erschienenen Spiegel-Interview mit dem Titel Unbridled Capitalism Will Lead to Very Real Problems, Kenneth Rogoff, ein prominenter Ökonom aus dem Elitetempel der linken Intellektuellen-- Harvard, plaudert über Marx, Ausbeutung, wachsende soziale Ungleichheit, Vorstandsgehälter, Globalisierung, sozialen Konflikt und Reformen in Deutschland.

Das Interview ist nicht lang und bietet eigentlich nichts mehr als eine primitive Kollektion von altbekannten Klischees über die Natur des Kapitalismus an. Was ist aber so interessant daran, was mich dazu bewegt hat in so einer späten Stunde diesen Beitrag zu schreiben? Es ist vor allem die attraktive Kombination: zum Einen -- Rogoffs Stupidität und als zweiter, verstärkender Faktor – seine Prominenz als Ökonom. Dass prominente Intellektuelle schon immer sozialistischen Unsinn verbreitet haben, ist kein Geheimnis. Man denke nur an Albert Einsteins Why Socialism?. Prominenz hilft bei der Verbreitung von Unsinn. Oft ist es schwer eine Prominentenmeinung festzunageln, im Falle von Rogoff bietet er sich nahezu selbst an.

Das Interview beginnt mit einem Dilemma: die US-Wirtschaft wächst, die Arbeiter profitieren fast gar nicht oder sehr wenig davon, dafür aber erfreuen sich die Vorstandsgehälter einen kräftigen Anstieg.

Wie ist das zu erklären? (Ist die erste Frage, die einem normal denkenden Menschen sofort einfällt.)

Rogoff verrät: „I too have asked myself whether people have gone crazy.“

Gut zu hören, dass Sie diesen Umstand auch zu erklären suchen. Aber wie lautet die Erklärung? Vielleicht können wir etwas mit dem alten Marx anfangen?

Rogoff: “The working population's share of national income remained constant for 100 years. That's why Marx's theory that only capitalists benefit from capitalism and workers are exploited was completely wrong. Nothing could have been further from the truth. Workers earned more as economies grew.”

Ok, wenn nicht Marx, dann wie ist es zu erklären?

Rogoff: “Workers are not being exploited.”

Schon verstanden -- Marx ist out, aber warum müssen wir uns dann Sorgen machen?

Rogoff: “But if their [workers’] share of growth doesn't increase, this could be a potential cause of social tension worldwide.”

Warum?

Rogoff: “[I]t's clear that we have an unfair distribution of wealth.”

Gut, es hört sich zunächst nicht gut an. Aber wie ist die Ungleichheit zu erklären?

Rogoff: “This unbridled capitalism in the United States can't be sustained socially. It leads to tensions. If we experience another five years like the last five, we will start seeing greater social friction. After all, people aren't looking at how they're doing, but rather at how their neighbors are doing and at their own place in society. These huge inequalities are not a particularly desirable characteristic in our society.”

Ich habe es verstanden. Aber Herr Professor Rogoff, Herr Marx scheint vielleicht doch …

Rogoff: “There are no easy answers. Of course it would be suicidal to nationalize our industries, for example. But those who say the economy is growing and everything's just great are simply unwilling to acknowledge these cracks in the system. Incidentally, this gap is much bigger in China. It's the 21st century along the coastline, but if you travel to the interior, where two-thirds of all Chinese live, you'll experience the 18th century. These are incomprehensible inequities. They have an extremely raw form of capitalism.”

Uuf, jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Ok, vielleicht können nur Harvard Ökonomen es irgendwie verstehen. Dann seien Sie bitte so gütig -- was müssen wir tun? Wie können wir uns davor schützen? Was ist mit der Globalisierung, die uns einen Lebensstandard der chinesischen Arbeiter, die für ein Paar Euro am Tag arbeiten müssen, zu bringen scheint?

Rogoff: [Protektionismus] … “is not a solution. We can't turn back the clock. But unbridled capitalism will lead to some very real problems. We will see that ever-increasing deregulation can lose political support among the population in the long term.”

Ok, Deregulierung ist schlecht, weil es zu einem ungezügelten Kapitalismus führen wird. Das wollen wir in Deutschland auch nicht. Aber was ist dann? Welchen Ratschlag haben Sie für Deutschland und Deutsche?

Rogoff: “If Berlin would finally enact some decisive reforms, it could surpass the United States in growth for 20 years. Germany has such incredible wealth --with its culture, its education and its highly qualified population. It would just have to flex its muscles a little to achieve growth rates of four to five percent in the coming years and turn itself into an economic miracle, as it did in the 50s and 60s. But that won't happen as long as you have this political paralysis.”

Danke, Prof. Rogoff, für die Analyse.

Habt Ihr verstanden? Wir müssen reformieren ohne zu deregulieren. Aber Kinder, bitte lasset die Finger weg vom Marx!!!

 

Creveld über die Entscheidung zur Bombardierung Irans

Der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld über die Umstände, die die Entscheidung, den Iran zu bombardieren beeinflussen in seinem Artikel Knowing Why Not To Bomb Iran Is Half the Battle. Lesenswert, wie auch sein Buch "Aufstieg und Untergang des Staates".

Mittwoch, April 19, 2006

 

Freiheit für Links

Freiheit für Links? Ja, Freiheit für Links. Alvar Freude hat in satirischer Absicht rechtsextreme Seiten verlinkt und ein Strafverfahren provoziert. In erster Instanz wurde er vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft ist mittlerweile in Revision gegangen. Weitere Informationen zum Thema Linkverfahren finden sich hier. Wer Freude unterstützen will, der kann sich auf der Seite auch in eine Unterschriftenliste eintragen.

Donnerstag, April 06, 2006

 

Versicherbarkeit von chronisch Kranken

Ein klassisches Problem gegen private Krankenversicherungen ist es, daß diese bei kompletter Vertragsfreiheit wählen können, ob sie jemanden versichern oder nicht. Regelmäßig ist es daher so, daß man mit Vorerkrankungen bei privaten Versicherungen schlechte Chancen hat. Dies äußert sich darin, daß man entweder als Kunde abglehent wird oder bestimmte Risiken nur gegen Aufschläge auf die Prämie versichern lassen kann. Sehr schön beschreibt das Problem der Versicherbarkeit Hans im Freiheitsforum:
Eine Versicherung ist im Grunde eine Wette.
Gegenstand dieser Wette ist ein Vorfall, der sich eventuell in der Zukunft ereignet. Für den konkreten Einzelfall (Kunde) ist nicht abzusehen, ob sich der Vorfall ereignen wird oder nicht (als notwendige Vorbedindung für eine versicherbare Sache).
Für eine Klasse ähnlicher Fälle kann aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit abgeschätzt werden. Die Versicherung wettet darauf, dass sich über die Masse der entsprechenden Kunden einer Fallklasse die geschätzte Wahrscheinlichkeit einstellen wird, bzw. dass die Zahl der Vorfälle sogar noch unter der Erwartung bleibt. Und der einzelne Versicherungsnehmer wettet natürlich für seinen speziellen Fall dagegen bzw. umgedreht, d.h. dass er mehr aus der Versicherung herausholen als er einzahlen wird. Ansonsten könnte er ja auch gleich in einen eigenen privaten Pool einzahlen.

D.h. der chronisch Kranke kann sich nicht versichern gegen den Fall, dass er genau an dieser chronischen Krankheit erkranken wird, denn daran ist er nun schon erkrankt.
Die Erkenntnis, daß gewisse Ereignisse nicht versicherbar sind, gehört zum Grundbestand des Wissens der österreichischen Schule der nationalökonomie. Dennoch ist es fraglich, ob die Unversicherbarkeit chronischer Krankheiten in dieser Absolutheit korrekt ist. Denn es ist durchaus denkbar, daß chronisch Kranke als Mitglied einer anderen Klasse ähnlicher Fälle eine Krankenversicherung erlangen können. So ist es in den USA üblich, daß der Arbeitgeber Krankenversicherungen für alle seine Angestellten ohne Gesundheitsprüfung abschließt. Für die Klasse der Angestellten von Arbeitgeber X ist es für die Versicherung möglich, das Risiko abzuschätzen, wieviele der Angestellten an einer chronischen Erkrankung leiden werden und dementsprechend die Prämie für den Arbeitgeber bzw. den jeweiligen Angestellten unbeachtlich dessen Vorerkrankungen festzulegen. Über den Umweg des Arbeitgebers ist es also in einem freien Markt möglich, trotz chronischer Krankheit und ohne Gesundheitsprüfung eine Krankenversicherung zu erlangen.

Sonntag, April 02, 2006

 

Babysitter-Staat als Versicherer of last resort

Die bissigen Liberalen zitieren Müntefering zum "verinnerlichten Babysitter-Staat" wie folgt:
Müntefering sagte in einem Interview der Financial Times Deutschland, eines der Ziele der Gesundheitsreform werde lauten: “Jeder muss versichert sein. Nicht jeder muss sich versichern können, sondern jeder muss versichert sein. Das ist glaube ich nicht strittig.”
Recht hat Münte, denn er folgt der Logik des Sozialstaats: Eine Wahl, ob man sich krankenversichert, darf der Bürger erst dann haben, wenn er das aus der Nichtversicherung resultierende Risiko nicht mehr auf andere abwälzen kann. Solange der Staat aber als Letztgarant des Lebenserhalts, als Versicherer of last resort, verstanden wird, und sich folgerichtig so versteht, solange kann er seinen Bürgern keine Wahlfreiheit bei der Krankenversicherung gestatten. Wer also an Müntes Worten rummäkelt, der muß dem Staat erlauben, Menschen verhungern und an ihren Krankheiten sterben zu lassen. Wollen die bissigen Liberalen das?

Samstag, April 01, 2006

 

Free State Project mit sensationellem Erfolg!

Wie ich soeben telefonisch von einem Studienfreund aus den USA erfahren konnte, haben mehrere Mitglieder der Regierung von New Hampshire bekannt gegeben, sich aktiv für eine zeitnahe Sezession von den Vereinigten Staaten einsetzen zu wollen. Als Begründung nennen sie den Druck, der durch den Zuzug vieler Anhänger des sog. Free State Projects auf lokaler Ebene auf die (nahezu ehrenamtlich tätigen) Abgeordneten des Parlaments von NH ausgeübt werde. Hinzu komme, daß die Außenpolitik der USA mittlerweile so viel Frust unter den Einwohnern NH erzeugt habe, daß auch Demokraten und die in NH stark vertretene Old Right unter Hinweis auf das in der Staatsverfassung verbürgte Recht auf Revolution die Sezession unterstützen:
Art. 10. [Right of Revolution.]
Government being instituted for the common benefit, protection, and security, of the
whole community, and not for the private interest or emolument of any one man, family, or class of men; therefore, whenever the ends of government are perverted, and public liberty manifestly endangered, and all other means of redress are ineffectual, the people may, and of right ought to reform the old, or establish a new government. The doctrine of nonresistance against arbitrary power, and oppression, is absurd, slavish, and destructive of the good and happiness of mankind.
Mein Freund versucht näheres herauszufinden und ich werde auf diesem Blog zeitnah berichten.

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