Dienstag, August 23, 2005
Goethe ueber den Foederalismus
Der Föderalismus ein Segen fuer den Einzelnen und die wirtschaftliche Prosperität. Leider sehen Politiker das ganz entgegengesetzt: je größer die Einheit, desto größer die Macht. Politiker haben daher die Tendenz, das territoriale Herrschaftsgebiet ihres politischen Unternehmens auszuweiten. Mit Argumenten kommt man leider zumeist nicht weit, wenn man den Mitbuergern erklaert, dass große politsche Einheiten die Kosten des "exits" erhöhen und somit eine Gefahr für das Individuum bedeuten. Wenn ökonomische Argumente veielleicht nicht helfen, so sollte man vielleicht den gesitigen Vater des Volks der Dichter und Denker bemühen, um die Segnungen des Föderalismus und der kleinen Machtzentren darszustellen. Goethe wußte:
"I do not fear that Germany will not be united; our excellent streets and future railroads will do their own. Germany is united in her patriotism and opposition to external enemies. She is united, because the German Taler and Groschen have the same value throughout the entire Empire, and because my suitcase can pass through all thirty-six states without being opened. It is united, because the municipal travel documents of a resident of Weimar are accepted everywhere on a par with the passports of the citizens of her mighty foreign neighbors. With regard to the German states, there is no longer any talk of domestic and foreign lands. Further, Germany is united in the areas of weights and measures, trade and migration, and a hundred similar things which I neither can nor wish to mention.Wenn jemand hierzu eine deutschsprachige Netzquelle kennt, so wäre ich über einen Hinweis dankbar. Ich weiß nur, daß der Text aus Maximen und Reflexionen stammt.
One is mistaken, however, if one thinks that Germany's unity should be expressed in the form of one large capital city, and that this great city might benefit the masses in the same way that it might benefit the development of a few outstanding individuals.
To be sure, the state has been compared to a living body with many parts, and a state's capital thus might be compared to the heart, which supports the life and well-being of its near and distant parts. If the parts are very far from the heart, however, the flow of life will become weaker and weaker. A thoughtful Frenchman, I believe Daupin, has drawn up a map regarding the state of culture in France, indicating the higher or lower level of enlightenment of its various 'Departements' by lighter or darker colors. There we find, especially in the southern provinces, far away from the capital, some `Departements' painted entirely in black, indicating a complete cultural darkness. Would this be the case if the beautiful France had ten centers, instead of just one, from which light and life radiated?
What makes Germany great is her admirable popular culture, which has penetrated all parts of the Empire evenly. And is it not the many different princely residences from whence this culture springs and which are its bearers and curators? Just assume that for centuries only the two capitals of Vienna and Berlin had existed in Germany, or even only a single one. Then, I am wondering, what would have happened to the German culture and the widespread prosperity that goes hand in hand with culture.
Germany has twenty universities strewn out across the entire Empire, more than one hundred public libraries, and a similar number of art collections and natural museums; for every prince wanted to attract such beauty and good. Gymnasia, and technical and industrial schools exist in abundance; indeed, there is hardly a German village without its own school. How is it in this regard in France!
Furthermore, look at the number of German theaters, which exceeds seventy, and which cannot be disregarded as bearers and promoters of higher public education. The appreciation of music and song and their performance is nowhere as prevalent as in Germany, and that counts for something, too.
Then think about cities such as Dresden, Munich, Stuttgart, Kassel, Braunschweig, Hannover, and similar ones; think about the energy that these cities represent; think about the effect they have on neighboring provinces, and ask yourself, if all of this would exist if such cities had not been the residences of princes for a long time.
Frankfurt, Bremen, Hamburg, Luebeck are large and brilliant, and their impact on the prosperity of Germany is incalculable. Yet, would they remain what they are if they were to lose their independence and be incorporated as provincial cities into one great German Empire? I have reason to doubt this."
Freitag, August 19, 2005
Poesie: Cäsar Flaischlen - Mach, was du willst
Mach, was Du willst
von Cäsar Flaischlen
von Cäsar Flaischlen
Mach, was du willst, mach's wie du willst,
nur sorg, dass es in deinem Sinn
als Ganzes, Volles dir gelingt,
und dass nichts Fremdes dazwischen klingt!
Man nenn's dann gut, man nenn es schlecht...
es habe ruhig jeder recht,
und wer da lachen will, soll lachen...
Witze sind ueber alles zu machen!
Die einzige Frage, die da gilt,
ob einer lobt nun oder schilt,
die einzige Frage ist: gabst du ein Eig'nes!?
Mittwoch, August 17, 2005
Hier ein schoenes Webfundstueck im Gefolge der durch Lafontaine angestossenen linksnationalistischen Fremdarbeiterdebatte: Die National-Bolsheviks. Sozialismus hat mehrere Erscheinungsformen, seine auufaelligsten Farben sind braun und rot. Durch konstante Demagogie von links und die spezifisch deutschen historischen Erfahrungen ist es allerdings verpeont auszusprechen, was noch in der ersten Haelfte des Jahrhunderts allgemein bekannt war, dass naemlich auch der Hitler'sche Nationalsozialismus nicht mehr als eine Spielart des Sozialismus ist. Interessante Gedanken zur Entstehung kollektivistisch-sozialistischer Gesellschaftsentwuerfe finden sich in Hayeks Klassiker Der Weg zur Knechtschaft.Freitag, August 12, 2005
Subventioniertes Oel im Irak
Die New York Times Times berichtet, dass die irakische 'Regierung' im extremen Masse fuel and food subventioniere. Beklagt werden die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen, dass z.B. kein Investor dazu bewegt werden kann, Raffinerien zu errichten. Mir scheint, dass dies nicht das Hauptproblem ist. Dieses erschliesst sich, wenn man darueber nachdenkt, wer zu den groessten Nachfragern von Benzin gehoert. Das ist derjenige, der im groessten Umfang Benzin verbraucht, also derjenige mit den groessten und teuersten Fahrzeugen. Das scheint mir die Besatzungsmacht zu sein. Nach Aussagen des Pentagons verbraucht das US-Militaer zwischen 10 und 11 Mio. barrel fuel pro Monat fuer Operationen in Afhanistan und Irak. Genauere Zahlen lassen sich derzeit nicht auftreiben. Der Zusammenhang zwischen Marionettenregierung und US-Interessen erscheint mir eine plausible Begruendung fuer die Subventionierung des Benzins im Irak zu sein.
Sonntag, August 07, 2005
Mises University 2005: Abschied
Mises University 2005 ist vorbei. Eine harte und lehrreiche Woche endete heute mit einem BBQ. Mein abschliessendes Fazit ist, dass es sich fuer jeden interessierten Studenten oder Doktoranden lohnt, von dem Angebot der Teilnahme Gebrauch zu machen. Neben der akdemischen Weiterbildung bieten sich tolle Moeglichkeiten, Kontakte fuer die Zukunft zu knuepfen. Das gilt insbesondere fuer die anwesenden Libertaeren aus aller Herren Laender. Gern moechte ich hier auf das Blog meines neuen Freundes Gabriel verweisen, das fuer alle spanisch sprechenden Libertaeren einen Einblick in Inhalte vieler Veranstaltungen gibt. Ich gehe jetzt noch ein amerikansiches Bier trinken und hoffe, meinen morgigen Flug nach NYC nicht zu verpassen, wo ich noch ein paar Tage in Gesellschaft eines guten Freundes verbringen werde. Ich wuerde mich freuen, wenn bei meiner Rueckkehr nach Deutschland die eine oder andere E-mail finden wuerde, die eine Bitte nach spezifischen Informationen enthaelt.
Donnerstag, August 04, 2005
Mises University 2005: Zwischenbilanz
Sechs Vorlesungen am Tag, Smalltalk in jeder Pause, stimulierende Unterhaltungen zum Lunch, eine fantastische Bibliothek, die man mangels Zeitmangel nicht einmal ansatzweise erforschen kann, Buecher aus dem Mises Shop zum Discount-Preis, deren Autoren zum Anfassen - hautnah und zugaenglich, Dutzende junger Menschen aus aller Welt. Mehrheitlich haben sie sich ein Ziel gesetzt, das - wie Ralph Raico es formulierte - der "totally voluntary society". Studenten und Doktoranden aus aller Welt, die, wie sich in Unterhaltungen zeigt, zu einem grossen Teil zu demselben Ergebnis kommen, wie dieses Ziel zu erreichen sein (darueber ein anderes Mal mehr). Einvernehmliche Meinungen auch ueber "the state, the murderous joke that it is". Hinzu kommen Lebenserinnerungen sehr perseonlicher Art von Denkern wie Raico und Reisman, wie sie sich (Reisman zu Raico nach einer politischen Rede, die er hielt: "What's on your small mind?") und Murray Rothbard kennen gelernt haben, ihr Verhaeltnis zu Ayn Rand und das Ende ihrer Freundschaft. Schliesslich, als sozusagen bisheriger sozialer Hoehepunkt, das Mises Musical, mit u.a. deutschen Hauptdarstellern, einen oesterreichischen Akzent imitierend, in den Hauptrollen.
Mittwoch, August 03, 2005
Mises University 2005: Zweiter Tag
Der zweite Tag war nicht weniger anstrengend. Leider habe ich keine Zeit zu berichten, hier aber ein Fundstueck, um die Zeit des Wartens auf den naechsten Bericht zu ueberbruecken:
"hey staat
hey staat, hey staat, hey staat,
heut sag ich dir einmal was ich alles mach fuer dich.
hey staat, hey staat, hey staat,
und dann sag du mir mal was du alles machst fuer mich.
hey staat, hey staat, hey staat,
hey staat, hey staat, hey staat,
heut sag ich dir einmal was ich alles mach fuer dich.
hey staat, hey staat, hey staat,
und dann sag du mir mal was du alles machst fuer mich.
ich gehe in die schule und lern bloss das
was du glaubst das ich wissen muss,
ob mich das interessiert,
das interessiert dich nicht,
man, das ist dir total wurscht,
von anfang an probierst nichts anderes
als das de mich hinbiegst wie du mich brauchst,
ich lass mir' s gefallen,
weil ich mir denk,
du wirst schon wissen was du machst.
dann gehe ich zur arbeit
und ich buckel acht stundenlang,
buckel ich jeden tag meinen scheiss job
und von dem geld
was ich verdien
ziehst mir sofort,
zwei drittel ziehst mir ab
und die paar mark
die mir noch bleiben,
gehen drauf fuer wohnung, gas und licht
und ich mach schulden auf der bank
damit ich im winter nicht erfrier.
hey staat, hey staat, hey staat,
heut sag ich dir einmal was ich alles mach fuer dich.
hey staat, hey staat, hey staat,
und dann sag du mir mal was du alles machst fuer mich.
schreibst mir meine kleidung vor mein haarschnitt,
schreibst mir mein bildung vor,
mein job sogar mein glauben schreibst mir vor
und ich depp zahl euch noch euren gott,
der bloss mit dem finger auf mich zeigt und sagt
ich soll ihn respektieren und ehren,
ah grad den der ganze voelker ausgerottet hat
oder mit drohungen bekehrt.
kaufe deine drogen bier und schnaps
aber du beschimpfst mich wenn ich' s nimm
diskriminierst mich weil ich "rauch"
mensch du musst staat sein
hey du verdienst,
durch leut wie mich geht's dir gut
du muesstest eigentlich noch dankbar sein dafuer
das wir dich zahlen, fuer dein geschwafel,
fuer deine beleidigungen und luegen
hey staat, hey staat, hey staat,
heut sag ich dir einmal was ich alles mach fuer dich.
hey staat, hey staat, hey staat,
und dann sag du mir mal was du alles machst fuer mich.
ich bin dir zu schlecht fuer deine toechter
hey staat geh,
du schaemst dich vor anderen leuten fuer mich
nennst mich asozial und dumm,
sei froh das noch so bloede gibt,
nur durch die bloeden kannst du leben,
durch die schleimer die sich nie beschweren,
die halt so sind wie se sind
und jedesmal die hand vorm mund halten
wenn’s miteinander reden.
30 jahr lang hab ich gemacht was du mir sagst,
30 jahr lang hast saugut von mir gelebt
und nicht ein einziges mal
hast dankeschoen zu mir gesagt
und jetzt wo ich aufstehe und mich wehr,
weil ich halt find das endlich einmal langt,
nennst mich nenn krattler und verbrecher
am liebsten stelltest mich an die wand
hey staat, hey staat, hey staat,
heut sag ich dir einmal was ich alles mach fuer dich.
hey staat, hey staat, hey staat,
und dann sag du mir mal was du alles machst fuer mich.
und heut,
geh da steh ich am amadeus platz
und da sing ich,
ganz laut sing ich blowing in the wind
mit 3000 anderen steh ich da umeinand,
die auch fuer den frieden sind.
3000 die dir zeigen das auch friedlich geht mit hirn
aber im fernsehen zeigst 40 skinnhads
die schrein und randalieren.
du zeigst die wackersdorf chaoten,
du zeigst wie pflastersteine fliegen,
du zeigst nicht die typen
die zum schutz vor deinen polizisten stehen und reden.
und ich schaem mich fuer die leut
die auf die startbahn geschossen haben
aber du machst das jeder glaubt das wir alle ja so sein.
hey staat, hey staat, hey staat,
heut sag ich dir einmal was ich alles mach fuer dich.
hey staat, hey staat, hey staat,
und dann sag du mir mal was du alles machst fuer mich.
schau dich auch mal um fuer was
hey vielleicht mal fuer die kleinen kinder
die gerade sterben,
an leukaemie
und fuer die eltern
die ihre haend halten
und reden,
deine zeit ist um
und meine auch
und fuer mich man,
fuer mich gehe ich sicher nicht da raus,
geh mein bub der hat 60 jahre vor sich
und ich tue alles das er das schafft.
du bist kein vorbild mehr fuer mich
hey staat,
du hast dich rausgefressen
vom geld
und dieser andere staat verdient,
und sogar am hunger von der welt,
hast nur dein spass und dein profit
wo mit's den voelkermord betreibst,
ne man fuer das
was du da machst
hat dich von uns bestimmt niemand gewaehlt.
hey staat, hey staat, hey staat,
heut sag ich dir einmal was ich alles mach fuer dich.
und dann
hey staat, hey staat, hey staat,
sag ich dir mal was du alles bist fuer mich!!!"
(hans soellner - bayrischer liedermacher)
Dienstag, August 02, 2005
Mises University 2005: Erster Tag
Heute haben die Vorlesungen angefangen. Viele, insbesaonder aus der Condon Lecture Hall lassen sich am eigenen PC ueber den Webcast verfolgen. Die Zeitverschiebung betraegt sieben Stunden. Es lohnt sich! Heute sprachen u.a. Huelsmann, Hoppe und Garrison. Alle Vorlesungen behandelten zunaechst die Grundlagen der Austrian School, so z.B. Value, Utility and Price ueber Praxeology bis hin zur Austrian Business Cycle Theory. Ich werde ueber die Vorlesungen nicht viele Worte verlieren, da ich erstens kaum Zeit habe und zweitens alle online abrufbar sind. Der Tag ist mit 6 Veranstaltungen sehr anstrengend; die gute Verpflegung hilft, ihn durchzustehen. Besonders empfehlenswert waren Ralph Raicos Erinnerungen an Rothbard, Rand, Mises und Hayek, die neue und wohl anders nicht erhaeltliche Einsichten in das Leben dieser 'Stars' lieferten.
Die interessanteste praktische oekonomische Neuigkeit fuer mich ergab sich in einem persoenlichen Gespraech mit einem Amerikaner, der aeusserte, dass viele Amerikaner, deren finanzielle Mittel beschraenkt sind, sich wegen der hohen Preise von Weed ab- und haerteren Drogen zuwenden. Haertere Drogen wie Kokain seien preiswerter. Leider erhaelt man hierueber wohl keine Auskunft aus amtlichen Statistiken.
Die interessanteste praktische oekonomische Neuigkeit fuer mich ergab sich in einem persoenlichen Gespraech mit einem Amerikaner, der aeusserte, dass viele Amerikaner, deren finanzielle Mittel beschraenkt sind, sich wegen der hohen Preise von Weed ab- und haerteren Drogen zuwenden. Haertere Drogen wie Kokain seien preiswerter. Leider erhaelt man hierueber wohl keine Auskunft aus amtlichen Statistiken.

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