Montag, August 09, 2010
Sicherheit für Freiheit: Internierung deutscher Südamerikaner durch die USA im 2. WK
Schon im zweiten Weltkrieg wurden Freiheiten eingeschränkt, um vorgeblich Sicherheit zu gewinnen. Roosevelt internierte tausende Deutsche, die friedlich in Südamerika lebten, vor denen man aber nichtsdestotrotz große Angst hatte.
Quelle: MAX PAUL FRIEDMAN, THE JOURNAL OF POLICY HISTORY, Vol. 17, No. 3, 2005 (294)
In December 1941, when the Japanese attack on Pearl Harbor brought the United States into World War II, American officials facing war on two fronts grew alarmed over reports of another menace that seemed to come not from east or west but from the south. More than a million and a half ethnic Germans lived in Latin America at the time, concentrated in tightly-knit communities throughout South and Central America.
[...]
Between 1941 and 1945, the U.S. government orchestrated the arrest, deportation, and internment of more than four thousand German residents of Latin America, held in specially created prison camps in Texas, Louisiana, and elsewhere, with names like Camp Kenedy, Seagoville, and Camp Crystal City.
This policy was based on a genuine desire for security against a real enemy, in the midst of a global war for survival. In practice, however, the expulsion and incarceration of Germans from Latin America neither hurt Nazi Germany nor helped the U.S. war effort. Its lack of effectiveness was due to two fundamental and familiar flaws: inadequate understanding of this region of the world, reflected in poor intelligence; and the use of ethnic or national identity, rather than individual actions, as a marker to establish dangerousness and threat.
[...]
The historical precedent of the Latin American operation does, however, suggest a number of lessons to consider. First, intelligence agents without language skills who rely on making cash payments for information open themselves to misdirection. Second, even when a population group shares certain national or cultural identity markers in common with an enemy, these characteristics do not in themselves add up to a threat to national security, and security programs based on such attributes are not an efficient way to find the enemies of the United States. Third, unlawful conduct toward foreigners can encourage reprisals against one’s own citizens, rather than protecting them, as when the Latin American program led the German government to round up citizens of the Americas. Fourth, security measures that are incompatible with the law encourage U.S. officials to forge closer links with antidemocratic security forces abroad, which is not in the long-term interest of the United States. Instead of eroding civil liberties to protect security, then, adherence to democratic practices and legal principles can help guide policymakers toward carefully tailored security measures that are ultimately more effective.
Quelle: MAX PAUL FRIEDMAN, THE JOURNAL OF POLICY HISTORY, Vol. 17, No. 3, 2005 (294)
Labels: Hysterie, Interventionismus, Nationalsozialismus, Neo-Konservativismus, Regulierung, USA, Zeitgeist, Überwachung
Mittwoch, Mai 26, 2010
Modeindustrie und geistiges Eigentum
Manchmal, wenn auch selten, sind die TED-Talks nicht nur interessant, sondern auch liberal. Dieser hier über die Modeindustrie und ihr Zusammenspiel mit den Gesetzen über geistiges Eigentum fällt in diese Kategorie.
Wenn man Modemuffel ist, dann sieht man dem Treiben der Fashionistas manchmal sehr verständnislos zu und fragt sich, wozu Designerklamotten von Modedesignern gut sind - es gibt doch H&M. Tatsächlich kopieren H&M, Zara und Co. immer die bekannten und erfolgreichen Designer. Auf populäre Weise bringt "Der Teufel trägt Prada" dem Designerhasser und Modeverachter diesen Punkt näher.
Wenn man Modemuffel ist, dann sieht man dem Treiben der Fashionistas manchmal sehr verständnislos zu und fragt sich, wozu Designerklamotten von Modedesignern gut sind - es gibt doch H&M. Tatsächlich kopieren H&M, Zara und Co. immer die bekannten und erfolgreichen Designer. Auf populäre Weise bringt "Der Teufel trägt Prada" dem Designerhasser und Modeverachter diesen Punkt näher.
Labels: Eigentum, geistiges Eigentum, Kino, Mode, TED, ökonomische Analyse
Dienstag, April 27, 2010
Große Freiheit 01
Ich bin bereits zum großen libertären Jahrestreffen in Hamburg angemeldet. Ich würde mich freuen, den einen oder anderen Leser dieses Blogs auf der "Großen Freiheit 01" zu treffen.Labels: Aktivismus, Blogger, ef, Szene, Veranstaltungshinweis
Donnerstag, April 01, 2010
Wegelagerer und Räuberbanden
SPON berichtet vom großartigen Erfolg deutscher Polizisten in Afghanistan. Sie bilden dort der Regierung in Kabul unterstellte Polizeikräfte aus. Jedoch sei "[d]ie afghanische Polizei ANP [...] in der Bevölkerung "als Wegelagerer" verschrien".
Das erinnert mich an Augustinus:
Das erinnert mich an Augustinus:
„Was anderes sind also Reiche, wenn ihnen Gerechtigkeit fehlt, als große Räuberbanden? Sind doch auch Räuberbanden nichts anderes als kleine Reiche. Auch da ist eine Schar von Menschen, die unter Befehl eines Anführers steht, sich durch Verabredung zu einer Gemeinschaft zusammenschließt und nach fester Übereinkunft die Beute teilt. Wenn dies üble Gebilde durch Zuzug verkommener Menschen so ins Große wächst, daß Ortschaften besetzt, Niederlassungen gegründet, Städte erobert, Völker unterworfen werden, nimmt es ohne weiteres den Namen Reich an, den ihm offenkundig nicht etwa hingeschwundene Habgier, sondern erlangte Straflosigkeit erwirbt. Treffend und wahrheitsgemäß war darum die Antwort, die einst ein aufgegriffener Seeräuber Alexander dem Großen gab. Denn als der König den Mann fragte, was ihm einfalle, daß er das Meer unsicher mache, erwiderte er mit freimütigem Trotz: Und was fällt Dir ein, daß Du das Erdreich unsicher machst? Freilich, weil ich's mit einem kleinen Fahrzeug tue, heiße ich Räuber. Du tust's mit einer großen Flotte und heißt Imperator.“ (De Civitate Dei IV 1)
Labels: Afghanistan, Philosophie, Staat, Staatsursprung
Mittwoch, März 24, 2010
10 Bücher, die am meisten meine Sicht auf die Welt beeinflusst haben
Den von Cowen angestossenen Trend setze ich fort:
1. Posner, Economic Analysis of Law
Mein erster Kontakt mit ökonomischer Denkweise. Erst danach ergab Jura Sinn.
2. D. Friedman, Law's order
Radikalere, aber immer noch eher utilitaristische ökonomische Analyse des Rechts. Aha-Erlebnis: Ökonomen sind wie Juristen nicht immer einer Meinung.
3. M. Friedman, Kapitalismus und Freiheit
Mein erster Kontakt mit der politischen Seite des Liberalismus.
4. Habermann, Der Wohlfahrtsstaat
Nach Abschluss der Lektüre war ich von dem geheilt, was dem Deutschen ins soziale Gewissen versucht wird zu prägen. Ich bin froh, dass die Prägung reversibel war.
5. Rothbard, Für eine neue Freiheit
Der Aufräumer. Macht Schluss mit dem letzten Rest an Inkonsequenz.
6. Hazlitt, Economics in One Lesson
What is seen and what is not seen. Eine Offenbarung. Um so mehr für einen Juristen, da die vertraute Deduktion mit Hilfe des Syllogismus möglich wird.
7. Mises, Liberalismus
Stellvertretend für alles, was ich von Mises gelesen habe.
8. Kuehnelt-Leddihn, Freiheit oder Gleichheit
Bücher und Gedanken können gut sein, auch wenn ich die in ihnen vertretene Meinung nicht teile. K-L hat mir den Glauben daran wiedergegeben.
9. Leoni, Freedom and the Law
Recht wird nicht gesetzt, sondern gefunden.
10. Rüthers, Entartetes Recht
Über die immer bestehende Möglichkeit, geschriebenes Recht in sein Gegenteil zu verwandeln.
Ehrenplatz: Das Internet
Ohne die Population des Internets hätte ich wesentliche Gedanken nicht gedacht. Ein Dank an die vielen Diskutanten, die nicht meiner Meinung waren und mich dadurch zum Denken und Formulieren angeregt haben. Ein Dank an die, die mein Vorbild waren und teilweise noch sind. Ein Vorbild bezeichnete Internet-Foren einmal als das Pendant zum einstigen Salon. Er hat vollkommen Recht.
Eines meiner Lieblingsbücher ist Gottfried Dietze, Zur Verteidigung des Eigentums. Es taucht - wie seine anderen hervorragenden Werke - in der Liste nicht auf, weil es keine wesentlich neue Prägung gebracht hat.
1. Posner, Economic Analysis of Law
Mein erster Kontakt mit ökonomischer Denkweise. Erst danach ergab Jura Sinn.
2. D. Friedman, Law's order
Radikalere, aber immer noch eher utilitaristische ökonomische Analyse des Rechts. Aha-Erlebnis: Ökonomen sind wie Juristen nicht immer einer Meinung.
3. M. Friedman, Kapitalismus und Freiheit
Mein erster Kontakt mit der politischen Seite des Liberalismus.
4. Habermann, Der Wohlfahrtsstaat
Nach Abschluss der Lektüre war ich von dem geheilt, was dem Deutschen ins soziale Gewissen versucht wird zu prägen. Ich bin froh, dass die Prägung reversibel war.
5. Rothbard, Für eine neue Freiheit
Der Aufräumer. Macht Schluss mit dem letzten Rest an Inkonsequenz.
6. Hazlitt, Economics in One Lesson
What is seen and what is not seen. Eine Offenbarung. Um so mehr für einen Juristen, da die vertraute Deduktion mit Hilfe des Syllogismus möglich wird.
7. Mises, Liberalismus
Stellvertretend für alles, was ich von Mises gelesen habe.
8. Kuehnelt-Leddihn, Freiheit oder Gleichheit
Bücher und Gedanken können gut sein, auch wenn ich die in ihnen vertretene Meinung nicht teile. K-L hat mir den Glauben daran wiedergegeben.
9. Leoni, Freedom and the Law
Recht wird nicht gesetzt, sondern gefunden.
10. Rüthers, Entartetes Recht
Über die immer bestehende Möglichkeit, geschriebenes Recht in sein Gegenteil zu verwandeln.
Ehrenplatz: Das Internet
Ohne die Population des Internets hätte ich wesentliche Gedanken nicht gedacht. Ein Dank an die vielen Diskutanten, die nicht meiner Meinung waren und mich dadurch zum Denken und Formulieren angeregt haben. Ein Dank an die, die mein Vorbild waren und teilweise noch sind. Ein Vorbild bezeichnete Internet-Foren einmal als das Pendant zum einstigen Salon. Er hat vollkommen Recht.
Eines meiner Lieblingsbücher ist Gottfried Dietze, Zur Verteidigung des Eigentums. Es taucht - wie seine anderen hervorragenden Werke - in der Liste nicht auf, weil es keine wesentlich neue Prägung gebracht hat.
Freitag, März 19, 2010
Umverteilung, Kriminalität und sozialer Frieden
Die Linke will mehr umverteilen und glaubt, dadurch auch die Mordrate senken zu können. Die Nachricht bringt Die Welt und auch sicher so manchen aus dem liberalen Lager zum Aufschreien, wie weltfern die Linke zur Realität steht. Tatsächlich ist die Linke nur konsequent in der Anwendung der - von mir nicht geteilten Behauptung, dass die Ursache von Gewalt im Nichtshaben liege. Ehrlicherweise müsste sich ein Liberaler fragen, ob er im Grunde seiner Überzeugung nicht ebenso denkt - allerdings weniger konsequent. Wann immer man von dem Argument Gebrauch macht, dass Umverteilung notwendig sei, um den sozialen Frieden zu sichern, bedient man sich der Argumentationslinie der Linken. Ohne Umverteilung, so die leider oft geteilte Vorstellung, gäbe es Raub, Mord und Totschlag. Man ist also für Umverteilung, um das Eigentum anderer zu sichern. Man ist also für Umverteilung, um Gewalt zu verhindern.
Und wieder anders formuliert: Umverteilung erfolgt durch zwangsweise erhobene Steuern. Man ist demnach für zwangsweise Steuererhebung, um eine andere Form des Zwangs zu verhindern. Übel wird gegen Übel getauscht. Logisch wie ethisch ist das eine fragwürdige Position. Wer nun als Liberaler über die Linke lacht, der sollte sich fragen, ober er nicht auch über sich selbst und seine Inkonsequenz lachen sollte.
Und wieder anders formuliert: Umverteilung erfolgt durch zwangsweise erhobene Steuern. Man ist demnach für zwangsweise Steuererhebung, um eine andere Form des Zwangs zu verhindern. Übel wird gegen Übel getauscht. Logisch wie ethisch ist das eine fragwürdige Position. Wer nun als Liberaler über die Linke lacht, der sollte sich fragen, ober er nicht auch über sich selbst und seine Inkonsequenz lachen sollte.
Labels: Die Linke, einfach nur bäh, Frieden, Hybris, sozialer Frieden, Steuer, Umverteilung
Montag, März 01, 2010
Obama will Griechenland retten
In der FAZ:
In die Schuldenkrise schaltete sich auch der amerikanische Präsident Obama ein, der mit Bundeskanzlerin Merkel und dem britischen Premierminister Brown eine Videokonferenz abhielt. Der Sprecher des Präsidenten, Gibbs, sagte danach, Obama sei überzeugt, dass die EU „angemessen und effektiv“ auf die Krise reagieren werde. Das Bundesfinanzministerium wies Berichte zurück, wonach die Regierung für mögliche deutsche Finanzhilfen im Bundeshaushalt 2010 Vorsorge treffen wolle.Preisfrage: Wie hoch ist das Investment amerikanischer Banken in griechische Anleihen? Oder wie es ein Kommentator ganz richtig zu meinem ef-Artikel vom Wochenende ausdrückt:
Bailouts (engl. finanz. Rettungsaktionen) sind Gläubigerhilfe und nicht wie häufig angenommen wird Schuldnerhilfe. Nicht dem griechischen Staat oder den Griechen wird geholfen sondern denen, die den Griechen Geld geliehen haben und jetzt kurz davor stehen das Geld niemals wieder zu sehen.
Labels: Ausland, EU, EZB, Griechenland, Inflation, Interventionismus, Wirtschaftskrise, Ökonomie
Mittwoch, Februar 03, 2010
Die Robe und ihre Herkunft
Auf ef hat Kommentator eo auf die Etymologie des Wortes verwiesen, was mich gefreut hat,weil ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht hatte. Robert hat dazu weitere Ausführungen gemacht:
>>war ursprünglich die geraubte Ritterrüstung (got. "raupjan" = "ausziehen" und fränk. "rauba" = "Beute", "Raub", aber auch "Kleid"). Heute ist die "Robe" die Amtstracht der Richter und Geistlichen. - Wo sie die wohl her haben?In meinen Herkunftsduden - ein Dank an Frank Martin, ohne dessen hilfreiches Aufzeigen der Nützlichkeit eines etymologischen Wörterbuches ich ihn nicht besitzen würde - steht folgendes:
"La robe" = "das Kleid" vient du mot germanique "rauba" (XII. siécle) et désigne à l'origine le vêtement dont on a dépouillé (berauben) quelqu'un.
Sont également dérivés de ce mot "robe" le verbe "dérober" = "klauen", "entwenden" et l'expression "à la dérobée" = "heimlich", "verstohlen". <<
http://www.etymologie.info/~e/d_/de-umkehr.html
>>From Old French robe, from West Germanic *rauba ‘booty’, later ‘stolen clothing’ (related to English rob).<<
http://en.wiktionary.org/wiki/robe#Etymology
>>late 13c., from O.Fr. robe "long, loose outer garment," originally "plunder, booty," from a Gmc. source (cf. O.H.G. rouba "vestments," presumably those taken from the enemy as spoils), from W.Gmc. *rauba, the stem that also yielded rob (v.). The verb is recorded from late 14c. Metonymic sense of "the legal profession" is attested from 1640s.<<
http://www.etymonline.com/index.php?term=robe
"festliches Frauenoberkleid; Amtstracht (von Geistlichen, Juristen und anderen Amtspersonen)": Das Fremdwort wurde im 16. Jh. aus gleichbed. frz. robe übernommen. Die ursprüngliche Bedeutung des frz. Wortes ist "Beute; erbeutete Kleidung". Es stammt aus afränk. *rauba "Beute", dem ahd. rouba "Beute" entspricht (vgl. Raub). - Siehe auch den Artikel Garderobe.
Labels: ef, Recht, Sprache, Staat, Staatsursprung
Samstag, Januar 09, 2010
Irgendwann ist Schluss
Ich werde mein FAZ-Abo nicht mehr verlängern. Viele Jahre war ich Leser, aber irgendwann ist das Maß voll. Preis und Leistung stehen in keinem Verhältnis mehr. Erstens sind qualitativ hochwertige Nachrichten mittlerweile gut im Netz verfügbar. Die Kosten für das FAZ-Abo sind schon deswegen in der Höhe zweifelhaft. Zweitens habe ich mittlerweile ein Problem mit der angebotenen Qualität. Die Finanzkrise hat dazu wesentlich beigetragen. Zunächst war ich mit der angebotenen Analyse nicht einverstanden, die viel zu zurückhaltend und wenig eigenständig war. Was man in der FAZ lesen konnte, konnte man überall lesen. Mittlerweile vertritt die FAZ, namentlich ihr verantwortlicher Redakteur für den Finanzmarkt Braunberger, eine offensiv keynesianische Position. Braunberger wird nicht müde, seinen Keynesianismus im Internet, im Leitkommentar und in Artikeln zu verbreiten. Einen maßgeblichen Gegenpol zu Braunberger kann ich in der Redaktion nicht ausmachen. Dem geschätzten Plickert mangelt es an Gewicht. Die FAZ gehört für mich nun zum Deadwood. Schön war's, aber vorbei ist es.
Labels: Deadwood Media, FAZ, Keynes
Montag, Dezember 21, 2009
Die Unlogik der Steuergeschenke auch bei der INSM
Hier bei der INSM findet sich ein Beispiel für das, wovon mein samstäglicher Artikel bei ef teilweise handelt: Die abstruse Behauptung, der Verzicht auf Besteuerung sei ein Steuergeschenk. Wie ich bei efschrieb:
Schenkt ein Bankräuber der Bank seine Beute, wenn er auf den Überfall verzichtet?
Labels: ef, einfach nur bäh, FDP, INSM, Steuer, Zeitgeist

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