Freitag, November 27, 2009

 

Fahren ohne Führerschein?

Schreibt ein Freund und Vater:
"Soweit ich es sehe, hat unsere zukünftige Familienministerin keine eigene Familie (mit Mann und Kind meine ich). Wie will sie dann ein FAMILIENministerium (dessen Existenz auch außerhalb libertärer Kreise zu bezweifeln ist) führen. Ohne Führerschein darf man ja auch nicht am öffentlichen Verkehr teilnehmen."
Guido ist Outsideminister, dem in Englisch nobody das water reachen kann, Struck war Verteidigungsminister ohne gedient zu haben, und nun haben wir Köhler, die Familienministerin ohne Familie ist. Gibt es außer "demokratischer Legitimation" eigentlich irgendwelche Einstellungsvoraussetzungen für das Ministeramt?

Labels: , ,


Freitag, November 06, 2009

 

Der Fundamentalismus der Beleidigung

Der für die Veröffentlichung der von Muslimen als Beleidigung des Islams bzw. Mohammeds verstandenen Karikaturen verantwortliche Redakteur von Jyllands-Posten meldet sich in der Welt zu Wort:
Nein, mir macht ein neuer Fundamentalismus der guten Absicht Sorge. Nennen wir ihn den Fundamentalismus der Beleidigung. Er ist ein globales Phänomen und breitet sich jeden Tag weiter aus, von Indien nach Indiana, von Bagdad nach Berlin. Er wird im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen befördert, er wird in Europa von einflussreichen politischen Kräften unterstützt, um wichtige weltanschauliche Konflikte in einer multikulturellen Gesellschaft zu verhindern.

Die Ironie eines Fundamentalismus der Beleidigung ist, dass er die positive Seite einer multikulturellen Gesellschaft betonen will, die Vielfalt schafft, dabei aber im Namen dieser Vielfalt bereit ist, die Vielfalt der Meinungen zu opfern.

Was ist zu tun?

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder akzeptieren wir den Fundamentalismus der Beleidigung als gesellschaftlichen Leitgedanken - wenn du mein Tabu respektierst, dann respektiere ich deins. Dieser Weg wird unsere Freiheiten auf dramatische Weise einschränken. Der andere Weg besteht darin, sich von jeglichen Tatbeständen der Beleidigung frei zu machen und allein am Tatbestand der Anstiftung zur Gewalt festzuhalten. Dafür trete ich ein, und ja, ich glaube, das ist es wert. Die vergangenen vier Jahre haben mich gelehrt, dass die Freiheit einen Preis hat, insbesondere wenn man den Leuten sagt, was sie nicht hören wollen. So sei es.
Er spricht etwas aus, was auf diesem Blog von mir im Streit mit Christian Hoffmann bereits vor längerem thematisiert (insbesondere hier und im größeren Rahmen hier) wurde. Es gibt kein Recht darauf, nicht beleidigt zu werden. Dementsprechend muss auch jede Art von Political Correctness abgelehnt werden. Außerhalb des NAPs kann es keine Forderung nach Einschränkungen des Handelns geben. In die gleiche Kerbe schlägt Flemming Rose mit seinem Begriff von dem Fundamentalismus der Beleidigung. Eine Welt, in der es einen nicht juckt, was zu einem gesagt wird, ist einer Welt, in der nicht alles Sagbare gesagt wird, vorzuziehen.

Eine solche Welt kann, muss aber nicht von Höflichkeit geprägt sein. Robert hat gerade für Höflichkeit als liberale Tugend plädiert, da diese den durch von Charismatikern bewirkten Freiheitsgefährdungen entgegen wirken kann. Insbesondere könne Höflichkeit Charismatiker an der Ausnutzung ihres Charismas hindern und den Impuls zur Unterordnung kontern. Dem Umschlagen von Autorität in Herrschaft ist, wenn es denn überhaupt realistisch ist, auf anderer Ebene als durch Umgangsformen zu begegnen. Eine Gefährdung der Freiheit ist eben noch nicht gleichbedeutend mit ihrem Verlust.

(Mit Gruß an DDH)

Labels: , , , ,


Montag, November 02, 2009

 

Gefährliche Drogen

Manchmal kann Wissenschaft ganz hilfreich sein. David Nutt hat Drogen nach ihrer Gefährlichkeit arrangiert. Es ist nicht erstaunlich, dass die legalen Drogen Alkohol und Tabak gefährlicher sind als Cannabis. Wer aber hätte gedacht, dass LSD und diverse Dopingmittel noch ungefährlicher sind? Wer hätte gedacht, dass Methadon in der Gefährlichkeit noch vor Alkohol steht? Das hat der englische Wissenschaftler im Regierungsauftrag herausgefunden. Drogenverbote mit der öffentlichen Sorge um die private Gesundheit zu begründen, könnte sich daher künftig als sehr schwierig herausstellen. Aus Ärger über die Einschränkung der politischen Beliebigkeit der Drogenverbote hat man den Forscher dann auch lieber gleich entlassen.

Hier die Liste:
1. Heroin
2. Cocaine
3. Barbiturates
4. Street methadone
5. Alcohol
6. Ketamine
7. Benzodiazepines
8. Amphetamine
9. Tobacco
10. Buprenorphine
11. Cannabis
12. Solvents
13. 4-MTA
14. LSD
15. Methylphenidate
16. Anabolic steroids
17. GHB
18. Ecstasy
19. Alkyl nitrates
20. Khat

Labels: , , ,


Montag, Oktober 19, 2009

 

Death of Politics

Hier der berühmte Artikel von Karl Hess. Ich würde ihn am liebsten komplett zitieren. Der Einfachheit halber bringe ich ein Zitat und verlinke auf die Quelle:
Libertarianism is rejected by the modern Left — which preaches individualism but practices collectivism. Capitalism is rejected by the modern Right — which preaches enterprise but practices protectionism. The libertarian faith in the mind of men is rejected by religionists who have faith only in the sins of man. The libertarian insistence that men be free to spin cables of steel, as well as dreams of smoke, is rejected by hippies who adore nature but spurn creation. The libertarian insistence that each man is a sovereign land of liberty, with his primary allegiance to himself, is rejected by patriots who sing of freedom but also shout of banners and boundaries
Seit 1969 hat sich nicht viel verändert, weder bei den Linken, den Rechten, den Religiösen, den Ökos oder den Nationalisten. Traurig, eigentlich.

Labels:


Freitag, Oktober 09, 2009

 

Die Milch macht's ...

... billiger. Rettet die Hufschmiede und Milchbauern!

Labels: ,


Donnerstag, Oktober 08, 2009

 

Revisionismus: Römische Geschichte

Nur zu häufig geht die Sage von der römischen Zivilisation, die nach und nach die barbarischen Verhaltensweisen der Nachbarn verdrängt hat. Ich bin sicher, dass hier Geschichte von Siegern geschrieben wurde, ist doch nicht zuletzt etwa Cäsars Bello Gallico eine der wichtigsten Quellen für den Konflikt zwischen Römern und Kelten. Wer waren aber die Kelten? Sie waren eine dezentralisierte Händlerkultur, die teuer für Wein aus Italien bezahlten. Die Römer legten für den keltischen Weinbedarf größere Weinberge an. Für den Import und den Handel zwischen den verschiedenen keltischen Städten wurden Knüppeldämme gebaut, die für den Radtransport ausgelegt waren. Die Kelten zahlten mit Gold. Dieses hatten sie nicht etwa aus Raubzügen, sondern gewannen es in hunderten von Goldminen. Cäsar hatte es auf diese Goldminen abgesehen. Oder glaubt wirklich jemand, er habe den teuren Krieg nur zu Vergrößerung seines eigenen Ansehens und das Roms geführt? Schöne Barbaren, die Kelten: Bauen Straßen und Goldminen, betreiben Werkzeug- und Waffenschmieden, handeln friedlich und zahlen mit selbst gefördertem Gold und dann kommt ein dahergelaufener Römer und benutzt statt des ökonomischen das politische Mittel, mit dem er sie versklavt und tötet.

Labels:


Mittwoch, Oktober 07, 2009

 

Widerwillig liberal

Matt Jenny über falschen Enthusiasmus und Bürgerlichkeit. Essentielles Zitat:
Bürgerliche können grob in zwei Typen eingeteilt werden: in die widerwilligen Liberalen und in die enthusiastischen Bürgerlichen.

Widerwillige Liberale findet man unter den Vertretern des Anarchismus, des Nachtwächterstaats wie auch des Neoliberalismus. Sie sind Liberale aus Verlegenheit. Für sie ist der Liberalismus die schlechteste Ideologie, mit Ausnahme all jener anderen, die es sonst noch gibt. Eigentlich würden sie gerne auf eine politische Ideologie verzichten, würden sich am liebsten gar nicht mit Politik beschäftigen müssen. In einer unvollkommenen Welt kommen die widerwilligen Liberalen aber leider nicht darum herum, eine politische Position zu vertreten. Diejenigen, die dabei dem Staat Legitimität zusprechen, tun dies ohne Enthusiasmus und mit dem Wissen, dass jeder noch so beschränkte Staat stets die Saat seines exzessiven Wachstums in sich trägt.

Ganz anders die enthusiastischen Bürgerlichen. Sie haben im Liberalismus, welcher Couleur auch immer, und im liberalen Staat Identifikationsobjekte gefunden. Sie sind überzeugt, dass beim Regieren nichts schiefgehen kann, wenn nur die richtigen Politiker am Drücker sind. Sie sehen es als Pflicht, gar als Ehre an, sich am politischen Prozess zu beteiligen. Sie glauben, dass immer Liberales herauskommen muss, wenn Bürgerliche am Werke sind. Manche sehen im Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft sogar eine Erweiterung der marktwirtschaftlichen Arbeitsteilung, quasi eine riesige public private partnership. Ihre Traumkarriere ist eine dreifache in Wirtschaft, Politik und Militär. Sie sind bürgerliche Staatsfetischisten.

Labels: , , , ,


Montag, Oktober 05, 2009

 

FDP, Liberalismus und wie es weiter geht

Außer meiner eigenen Einschätzung zur in der Überschrift angesprochenen Frage sind über das Wochenende zwei weitere Einschätzungen von Rayson und Max Wessenberg erschienen, die ich beide sehr lesenswert finde. Liest man alle drei Essays zusammen, so gewinnt man ein Gefühl für das, was sich klassisch Liberale von der FDP erhoffen, was sie befürchten und wie es weiter gehen kann. Ich würde mir wünschen, wenn alle drei Artikel in FDP-Kreisen Verbreitung fänden.

Labels: , , ,


Donnerstag, Oktober 01, 2009

 

Das lustige Kabinettratespiel

Ein lustiges Spiel von Michel:
Jedes Mal wenn eine neue Koalition sich anschickt die nächste Bundesregierung zu stellen, ist es Zeit für das lustige Kabinettratespiel. Ziel dieses Spiels ist es die Ministerposten des nächsten Kabinetts möglichst gut den Parteien und Politikern zuzuordnen, die diese besetzten werden. Es werden folgende Punkte verteilt: Je einen für die Richtige Anzahl an Ministerposten einer Partei. Ebenfalls einen Punkt erhält man für jedes Ministerium das man erfolgreich einer Partei zuordnet. Gelingt es einem sogar die Person zu nennen, die ein bestimmtes Ministerium führen wird, wird das mit fünf Punkten belohnt. Eine Liste der bisherigen Ressorts findet sich in der Wikipedia.

Hier mein Tip:
CDU – 8
FDP – 6
CSU – 2

Außen – FDP – Westerwelle
Justiz – FDP – Leutheusser-Schnarrenberger
Finanzen – FDP – Solms
Arbeit und Soziales – FDP – Brüderle
Familie und Frauen – FDP – Pieper
Bildung, Forschung und Technologie – FDP – Mehrin

Wirtschaft(ohne Techn.) – CSU – Guttenberg
Ernährung, Landwirtschat und Verbraucherschutze – CSU – Aigner

Inneres – CDU – de Maizière
Verteidigung – CDU – Jung
Gesundheit – CDU – Leyen
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung – CDU – Bouffier
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit – CDU – Pofalla
Entwicklungshilfe – CDU – Volquartz
Bundeskanzleramt – CDU – Mißfelder

Labels: ,


Montag, September 21, 2009

 

Zivilcourage

In den Kommentaren zu meinem und Daniels Artikel zu Zivilcourage tauchen immer wieder Wendungen auf, die mich schmerzen: "die allseits geforderte Zivilcourage", "“Zivilcourage” abzuverlangen", "man muss Zivilcourage zeigen". All das ist Humbug. Wer Mut beweisen muss, der ist nicht mutig. Mut ist eine Tugend und nicht von dem Urteil Dritter abhängig. Muss man ihn jemandem zeigen, ihn beweisen, ist man nicht mutig. Man kann Courage auch nicht verlangen, denn dann ist sie Pflicht und nicht Tugend. Als Tugend gelobt werden kann Mut nur, wenn er aus innerem Antrieb und nicht aus Geltungsbedürfnis kommt, wenn es darum geht sich selbst zu gefallen, nicht anderen, indem man sozialen Normen genüge zu tun gedenkt.

Wer meint, zukünftig Zivilcourage zeigen zu müssen, weil Politiker dies fordern, der ist ein armer Wicht. Er ist Konformist, Anti-Individuum, Mitläufer, der Mensch, der keine eigenen Standards hat. Dieser Mensch wird das erhoffte Bundesverdienstkreuz nicht bekommen, sondern einen langen Krankenhausaufenthalt.

Labels: , ,


This page is powered by Blogger. Isn't yours?